mehrsprachig Aufwachsen

ein Blog für mehrsprachig erziehende Eltern

mehr Motivation für einen langen Atem gefällig?

Bild-Copyright by Osamu Uchida

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Geht euch auch manchmal die Puste aus und alle Vorsätze und Bemühungen um eine mehrsprachige Erziehung schwinden dahin?

Aber wer hat euch je versprochen, mehrsprachige Erziehung würde immer nur Spaß machen?

Holt euch hier eure Ration MehrsprachMotivation…

Dieser Artikel ist für alle Eltern, die kurz davor sind aufzugeben, weil wieder mal etwas nicht so läuft wie es soll.

Ja, wie soll es denn laufen? Ich habe bei mehrsprachig Erziehenden beobachtet, dass besonders diejenigen, die stark zur Improvisation neigen, keine Lehrstrategie als Leitlinie nutzen und ständig ihre Wünsche und Erwartungen ändern, am meisten Probleme mit der Spracherziehung haben.

Es ist richtig wichtig, das ihr beide, du und dein(e) Partner(in), die Vorgehensweise eurer Spracherziehung besprecht und in den wichtigsten Punkten auch gemeinsam umsetzt. Decken sich eure Erwartungen an die sprachliche Erziehung überhaupt?

Tipp 1

Informiert euch über mehrsprachige Erziehung, einigt euch darüber, wie ihr mehrsprachige Erziehung in euren Familienalltag integrieren wollt und definiert zumindest auf einem Blatt stichwortartig, was jeder von euch regelmäßig für die mehrsprachige Erziehung eures Kindes tun wird.

Kein Plan schafft Frust. Macht also ein erstellter Plan glücklich?

Nein. Nur ein umgesetzter Plan macht glücklich, denn wir kennen alle das Fat-Smoker-Syndrom. Der Fat-Smoker weis genau, was er tun sollte. Sein Ziel ist scharf gezeichnet und verheißt einen schlanken, gesunden Körper. Er ist informiert, kennt Diäten und Nikotinpflaster. Aber es passiert nichts. Er setzt das, was er weis, nicht um.

Tipp 2

Macht einen einfachen, realistischen Plan und nehmt euch anfangs nicht zu viel auf einmal vor. Wer zeitlich straff eingespannt ist, sollte besonders nach guten Hilfsmitteln und -medien ausschau halten, die ihm Arbeit abnehmen. Wer gerade finanziell enger schnallen muss, sucht besser in der Umgebung nach Sprachgruppen, anstatt endlos dem langen Auslandsaufenthalt entgegen zu sehnen. Plant nur, was ihr auch umsetzen werdet. Sonst packt euch ebenfalls der Frust.

Da die Spracherziehung meist in die Hände der Mütter fällt, ist es ebenfalls hilfreich, sich der besonderen Lösungstaktik von Frauen bewusst zu werden. Wer das Buch „Männer sind vom Mars, Frauen von der Venus“ kennt, dem ist sicher noch ein humorvoll geschriebenes Kapitel über die besondere Art „Probleme zu lösen“ von Männern und Frauen in Erinnerung.

Kurz: Frauen reden gerne über ihre täglichen Sorgen, was Männer (laut Buch) tunlichst vermeiden 😉

Tipp 3

Deshalb mein Aufruf an alle Mütter: Sucht Gleichgesinnte! Andere mehrsprachig erziehende Mütter in der Umgebung sind ebenso hilfreich wie ein Kommentar hier im Blog unter verständnisvollen Mitlesern. Ein Eintrag in einem der vielen Elternforen löst manchmal ein mehrwöchiges Hin- und Herwälzen unter Gleichgesinnten aus. Egal, welchen Weg ihr geht – keiner verlangt, dass ihr den Weg der mehrsprachigen Erziehung alleine geht. Sucht Weggefährtinnen.

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Dienstag 21. Juli 2009 um 16:34 und abgelegt unter Allgemein. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.

4 Kommentare über “mehr Motivation für einen langen Atem gefällig?”

  1. Viktoria schrieb:

    Hallo! Wir erziehen unseren Sohn zweisprachig und ich merke, daß er natürlich die stärkere Sprache (Umgebungssprache) viel ausführlicher erlent und öfter spricht – das frustiert mich ein bisschen, da ich mich sehr bemühe konsequent die andere Muttersprache zu sprechen und mir natürlich auch mehr Rückmeldung durch sein Sprechen wünschen würde – er ist 2 Jahre alt – wird das noch besser – oder muss ich mich damit abfinden, daß die Umgebungssprache immer die stärkere sein wird!

  2. Miriam schrieb:

    Hallo Victoria! Bei unserer Tochter war es auch so. Wir leben in Deutschland. Aber mit 2-3 Jahren ist das noch durch jeden mehrwöchigen Besuch bei meinen Schwiegereltern wieder umgekippt und die Kleine hat plötzlich kaum mehr Deutsch gesprochen.
    Wär mal nett vom Blogger hier zu lesen, ob sich die Umgebungssprache langfristig immer stärker entwickelt, egal was man tut.
    LG, Miriam

  3. admin schrieb:

    Guten Morgen an alle hier,
    aus formaler Sicht habt ihr ein klassisches Reiz-Reaktions-Schema. Jede Sprache entwickelt sich in etwa in dem Maße, in dem Sie durch die Umgebung gefördert wird.

    Die Umgebungssprache kommt in Deutschland erst recht spät zum tragen. Hier in Deutschland gehen die meisten Kinder ja erst mit 3 Jahren in den Kindergarten. Bis dahin „gewinnt“ die Sprache der Mutter die Oberhand, egal ob sie Deutsch spricht oder nicht. Bei uns im Kindergarten waren die Erzieherinnen regelrecht froh, mal wieder ein Kind zu bekommen, das bereits Deutsch spricht.

    In Argentinien werden die Kinder meist mit 12 Monaten schon bei der KiTa abgegeben – dort hätte die Umgebungssprache schon viel früher einen großen Einfluss auf die Sprachentwicklung.

    Wer das Gleichgewicht beider Sprachen ausgleichen will, kann das mit speziell für diesen Zweck konzipierten Produkten tun. Für die Sprachen Deutsch, Englisch und Spanisch lohnt es sich, bei mehrsprachigAufwachsen.de vorbeizuschauen.

  4. Wendy schrieb:

    Hallo,
    unser Sohn wächst 2sprachig D/E auf; wir leben in Deutschland und er geht seit er 1,5 ist in eine deutsche KiTa. Er wird bald drei und seine Sprachentwicklung war ab seinem zweiten Geburtstag rasant. Er spricht im Deutschen seit geraumer Zeit vorwiegend in mehrteiligen Sätzen, hört sehr genau hin und kann i.d.R. auch komplizierte Wörter (Katalysator…) sofort richtig nachsprechen.
    Das Nachsprechen gelingt ihm auch im Englischen mit der „normalen“ Reihenfolge des Erwerbs der sounds und er versteht Englisch auch intuitiv. Wir haben aber das gleiche Problem der Umgebungssprache (D), das durch Hörmedien nicht einfach gelöst werden kann – viel englischen Input hat er, noch mehr englische Geschichten u. Hörbücher, etc. werden ihn glaube ich nicht zum aktiven Sprechen animieren können (auch wenn sie mit Sciherheit nicht schaden!!!).
    Da wir keine englische Spielgruppe greifbar haben, haben wir uns damit abgefunden, dass unsere zweisprachige Erziehung eben so ist, wie die Rahmenbedingungen es zulassen.
    Für mich ist es selbstverständlich geworden mit ihm englisch zu sprechen und auch wenn von ihm Englisch nur in deutschen Strukturen aktiv gesprochen wird (das mir gegenüber aber regelmäßig), so „lohnt“ sich die Sache für uns auf jeden Fall trotzdem.
    Freuen würden wir uns selbstverständlich dennoch, wenn bei ihm mehr „Output-Orientierung“ entstehen würde ;-). Regelmäßige Besuche bei der Verwandtschaft in Kanada, bzw. Nordamerika können das hohe Maß an deutsch nicht aufwiegen, aber sicherlich positive Anstöße geben (beim letzten Mal war er noch zu klein, im kommenden Jahr wird’s also das erste Mal richtig spannend!).
    Einen schriftlichen Plan haben wir uns übrigens weder zu unserer Vorgehensweise, noch zu unseren Erwartungen gemacht … wir haben einfach darüber geredet und seitdem läuft’s – OPOL ganz unkompliziert.

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