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Hilft ein Urlaub der Sprachentwicklung?

Urlaub Argentinien

Urlaub Argentinien - unsere Familie (ohne Hund)

Wir sind in Argentinien.

Ich seit einer Woche, meine Frau mit unserer 27 Monate alte Tochter schon seit 2 Wochen. Ich kann nur noch eine Woche bleiben, meine Familie hat noch 5 Wochen vor sich.

Und ihr erfahrt hier, wie sich die insgesamt 7 Wochen „Spanisch-Intensivkurs“ auf unsere Tochter auswirken.

Hier die ersten beiden Wochen:

Als ich angekommen bin, hat unsere Tochter Iara am ersten Tag ihr volles Arsenal an deutschen Vokabeln auf mich losgelassen. Wohl auch um der Familie (den Eltern und den beiden Geschwistern meiner Frau) zu zeigen, was sie schon kann.

Die Familie redet sehr viel. Es ist immer mindestens einer da, der mit Iara redet und spielt. Sie bekommt also aus sprachlicher Sicht einen „Spanisch-Crashkurs-Intensiv“. Und wie selbstverständlich geht die Familie davon aus, das die Kleine alles versteht. Mir wird bewusst, das ich bisher in deutscher Sprache genau so selbstverständlich auf sie eingeredet habe.

Ich bin die einzige Person, mit der sie deutsch spricht – und sie freut sich auch darüber, die deutschen Worte benutzen zu koennen. Wenn wir mit mehreren Familienmitgliedern zusammen sind, rede auch ich automatisch mehr spanisch. Es war in der ersten Woche jedoch selten, dass Iara spanisch mit mir spricht – sie bevorzugte ganz klar deutsche Worte.

Nach den ersten 2 Wochen in Argentinien hat unsere Tochter bereits viele neue spanische Worte kennengelernt. Und sie kennt bereits ein paar Worte, die ich nicht kenne. (Man lernt als Erwachsener in der Sprachschule halt selten Worte wie „heruntergefallen“ oder „Frosch“).

Was Iara auch sprachlich antreibt ist der Kontakt zu zwei 2-3 jaehrigen Maedchen in der direkten Nachbarschaft. In den Abendstunden (dann ist es nicht so heiss) mit dem Ball zu spielen oder Hand in Hand die Strasse entlangzuspazieren macht allen grossen Spass. Sie benutzt im Gespräch mit den Mädchen auch vereinzelt das ein oder andere deutsche Wort (z.B. „Katze“). Das stoesst bei den argentinischen Maedchen aber mehr auf Interesse als auf Ablehnung. Vielleicht nutzt sie die Worte auch wegen der Aufmerksamkeit.

Eine Situation, die mich überrascht hat: Wir haben Iaras Lieblings-DVD auf Spanisch gefunden. „Lissi und der wilde Kaiser“ von Bully Herbig. Auf die deutsche Version ist sie versessen und spricht einige Worte mit. Ich bin davon ausgegangen, sie wuerde die spanische Version genauso mögen. Das war aber beim ersten anschauen nicht der Fall. Vielleicht hat sie hier einfach zu viel Ablenkung. Bin gespannt, ob sie in den nächsten Tagen wieder nach „Lissi“ fragt.

Werde euch in einer Woche wieder berichten. Hier geht es zum zweiten Teil.

Rainer

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Samstag 20. Dezember 2008 um 12:26 und abgelegt unter Erfahrungen. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.

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