mehrsprachig Aufwachsen

ein Blog für mehrsprachig erziehende Eltern

Manifest für unbeschwerte Spracherziehung

Bild-Copyright by Yogi

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Erwartet bitte keine Regeln, die euer Kind einzuhalten hat. Die nachfolgenden Regeln sind für euch Eltern. Es ist ein kurzes Manifest, um die wichtigen Dinge in eurer sprachlichen Erziehung ins rechte Licht zu rücken.

Das Glück eures Kindes steht an erster Stelle
Das mehrsprachige Aufwachsen hat einen immensen Einfluss auf das ganze Leben eures Kindes. Der intensive Kontakt zur eigenen Familie und Kultur. Spielend erlernen, worüber sich Mitschüler später in der Schule und beim Nachhilfeunterricht den Kopf zerbrechen. Und erst die neuen Chancen in der Ausbildung und der beruflichen Karriere. Aber Hand aufs Herz – sollte ein mehrsprachiges Erziehen für euer Kind oder eure Familie zu einer echten Belastung werden, dann denkt noch einmal darüber nach. Eine glückliche Kindheit steht über didaktischem Ehrgeiz.

Nutzt alle Sinne eures Kindes
Ihr solltet die Gelegenheit nicht verstreichen lassen, eurem jungen Nachwuchs in beiden Sprachen regelmäßig Geschichten zu erzählen oder laut aus einem Buch vorzulesen. Nutzt Hörbücher, altersgerechte Fernsehkanäle und DVDs, Urlaubsaufenthalte, Spielgruppen, sprachfördernde Spiele und Kinderlieder. Vielfalt ist angesagt. Spracherziehung findet statt, wenn es Anfangs viel hört und später viel spricht.

Schützt euer Kind vor Vergleichen und Vorführungen
Niemand steht gerne mit dem Rücken an der Wand. Auch auf euer Kind hat es keinen positiven Einfluss, wenn seine sprachlichen Leistungen immer wieder mit einsprachigen Altersgenossen verglichen wird. Und wenn es aufgefordert wird zu zeigen was es sprachlich kann, dann verteidigt euer Kind vor allzu peinlichen Bewertungen einsprachiger Mitmenschen. Es ist schließlich keine Zirkusattraktion zur Unterhaltung anderer. Leistungsdruck wirkt auf Kinder eben anders als auf Erwachsene und baut Ängste auf anstatt sie anzuspornen.

Hebt das Positive hervor und lasst das Negative unkommentiert
Falls euer Kind in einer Sprache schwächer ist und häufig Fehler macht, ist man mit einer Korrektur, die das Kind im Sprachfluss unterbricht, schnell bei der Hand. Lasst das Kind möglichst ausreden. Im Anschluss Lobt euer Kind ein wenig und wiederholt die fehlerhaften Aussagen mit korrekter Wortwahl oder Grammatik. Das Lob ist ein wichtiger Teil der das Kind ermutigt die schwächere Sprache weiterhin zu benutzen. Ihr erreicht mit positivem Lob so viel mehr als mit einem Fingerzeig auf jeden Fehler.

Rainer

ps: ich freue mich über jeden Kommentar von euch in diesem neuen Blog.

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Mittwoch 12. November 2008 um 08:22 und abgelegt unter Grundlagen. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.

Ein Kommentar über “Manifest für unbeschwerte Spracherziehung”

  1. germanit schrieb:

    Bitte gebt nicht gleich auf, wenn das Kind nicht beide Sprachen lernen will (besonders wenn es noch sehr klein ist). Mir ist es persoenlich passiert. Ich bin nur einsprachig aufgewachsen udn konnte deshalb nicht ohne fremde Hilfe mit einen Teil meienr Verwandtschaft sprechen. Ich habe die Sprache dann als Erwachsene gelernt udn bin auch in das Land gezogen. Jetzt habe ich selbst ein Kind, was zweisprachig aufwaechst. Da lasse ich mir auch von keinem reinreden. Es sit fuer mich nciht leicht, da ich fuer mein Kind der einzige Ansprechpartner in meiner Muttersprache bin und meine Mutter von mir nichts mehr wissen will (da ist ein laengerer Aufenthalt in Deutschland wegen der Kosten auch nciht so einfach).

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